Gicht Zehen

Gicht – Anzeichen & Symptome, Therapie und Behandlung

Oft hört man über diese Krankheit von älteren Leuten: Gicht – doch das die Gicht nur alte Leute heimsucht ist nicht so. Häufig wird Gicht von den älteren Betroffenen selbst Diagnostiziert und ist in Wirklichkeit Rheuma. Gicht kann also auch junge Menschen treffen, rund 2 Prozent der Menschen leiden unter Gicht, Männer sind weitaus häufiger betroffen als Frauen. Was Gicht genau ist und wie die Heilung aussieht das lesen Sie in diesem Artikel.

Gicht
Schmerzhafte Gicht – hier Zehengelenk

Was ist Gicht?

Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit bei der die Harnsäurekonzentration im Blut erhöht ist. Durch die erhöhte Harnsäurekonzentration bilden sich Harnsäurekristalle die sich dann in Gelenken, und Sehen, aber auch in Schleimbeuteln ablagern und dort für heftige Schmerzen sorgen. Gelenkentzündungen sowie Gelenkschäden sind die Folge. Aber auch Nierenschäden können entstehen wenn Gicht unbehandelt bleibt.

Die ersten Symptome von Gicht

Gicht kommt zwar nicht plötzlich, aber man merkt davon nichts bis zum ersten Gichtanfall, und dieser kommt meist heftig und urplötzlich nachts. Häufig ist es die große Zehe, bzw. das Großzehengrundgelenk was betroffen ist. Eine plötzliche Schmerzattacke in diesem Gelenk sind die ersten Symptome, das Gelenk ist zudem sehr empfindlich gegenüber Berührungen. Zwar klingen die Schmerzen nach und nach ab bis Sie vollständig verschwunden sind, die hohe Harnsäurekonzentration im Blut bleibt allerdings und die Krankheit nimmt Ihren Verlauf.

Es muss dabei nicht zwingend das Zehengelenk sein welches die ersten Symptome von Gicht aufzeigt, es kann fast jedes andere beliebige Gelenk sein, neben den starken Schmerzen kommt es häufig zu starken Schwellungen der Weichteile.

Egal wo die Symptome einer Gichterkrankung auftauchen, Sie sollten nicht lange warten und damit zum Arzt, es steht Ihnen zwar ein langer Ärzte und Untersuchungsmarathon bevor, aber nur so haben Sie gute Chancen auf Heilung.

Die Ursachen für Gicht

Gicht entwickelt sich nur wenn die Harnsäure im Blut zu viel ist, bis zu einem gewissen Maß Filtert die Niere die Harnsäure aus dem Blut wenn es Sie durchströmt, aber wenn es zu viel bleibt davon etwas im Blut zurück. Das zu viel Harnsäure im Blut nennen Mediziner Hyperurikämie.

Wie entsteht Harnsäure?

Harnsäure entsteht in unserem Körper durch den Abbau von Purinen. Purine stecken zum Beispiel in Lebensmitteln wie Fleisch und Wurst. Aber auch in unserem Organismus sind Purine ein normaler Bestandteil.

Zu Harnsäureüberschuss kann es nun kommen durch:

  • Durch zu viel und falsches Essen
  • Wenn im Körper viele Zellen zerfallen
  • Wenn die Nieren zu wenig Harnsäure ausscheiden

Es gibt also nicht die eine Ursache für Harnsäureüberschuss, und somit Gicht.

Gicht – die Diagnose

Die Diagnose stellt der Arzt in der Regel recht schnell, denn die Beschwerden eines Gichtanfalls sind in der Regel ziemlich identisch. Der Arzt wird einige Untersuchungen vornehmen um seine Diagnose zu kräftigen. Eine davon ist die Blutuntersuchung, mit dieser kann man die Harnsäurekonzentration herausfinden, wenn der Gichtanfall bereits vorüber ist kann der Wert aber für den Moment wieder im Normalbereich liegen. Daher werden wiederholte Harnsäureuntersuchungen durchgeführt um einen aussagekräftigen Wert zu bekommen.

Häufig werden auch Röntgenbilder von den betroffenen Gelenken gemacht um eine Gelenkveränderung festzustellen.

Der Arzt kann unter Umständen auch eine Gelenkpunktion anordnen um die Gelenkflüssigkeit unter dem Mikroskop zu untersuchen, so kann er Harnsäurekristalle sehen wenn diese vorhanden sind.

Wer an Gicht leidet hat häufig auch Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und schlechte Blutfettwerte, auch diese Risiken wird der Arzt abklären und unter Umständen eine Behandlung vorschlagen.

Die Gicht Therapie

Die Therapie die Ihnen Ihr Arzt vorschlägt ist natürlich im Einzelfall unterschiedlich, im groben aber recht gleich. In der Akutphase eines Gichtanfalls bekommen Sie Medikamente verschrieben, das sind zum Beispiel:

  • Entzündungshemmende Antirheumatika
  • Kortison-Präparate

Zudem sollten Sie Bettruhe einhalten um das betroffene Gelenk bestmöglich zu schonen. Kühlende Umschläge, purinarme Kosten und viel Trinken (zwei bis drei Liter) sind währen der Akutphase ebenfalls hilfreich.

Nach der Akutphase beginnt die Dauertherapie gegen die Gicht. Dabei kommen auch wieder Medikamente zum Einsatz, außerdem werden Lebens- sowie Essgewohnheiten angepasst.

Medikamente die zur Langzeitbehandlung eingesetzt werden unterdrücken zum Beispiel die Bildung von Harnsäure oder senken den erhöhten Harnsäurespiegel.

Neben den Medikamten die Ihnen Ihr Arzt verschreibt sind die Lebens- und Essgewohnheiten ein sehr wichtiger Baustein in der Therapie gegen Gicht. Ein paar allgemeine Hinweise.

  • Gesunde und ausgewogene Ernährung ist auch für Gichtpatienten zu empfehlen, allerdings mit der Besonderheit das Sie auf eine purinarme Kost achten müssen.
  • Fasten, Durst und üppige Festmahle sollten vermieden werden.
  • Ausreichend Flüssigkeit trinken, am besten Wasser oder ungesüßter Tee, zwei bis drei Liter täglich.
  • Auf Alkohol sollte komplett verzichtet werden
  • Mit Bewegung / körperlicher Aktivität unterstützen Sie den Körper den Harnsäurespiegel zu senken.
  • Wenn Sie Übergewichtig sind sollten Sie das Übergewicht langsam aber stetig senken, auf radikale Diäten sollte dabei aber verzichtet werden.

Ernährung bei Gicht  – was Essen?

Gicht wird umgangssprachlich auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet, viel fleischhaltiges Essen, wenig Bewegung, die Hauptursachen für viele Krankheiten, auch für Gicht.

Wenn Sie an Gicht leiden dann sollte Ihr oberstes Ziel sein eine gesunde Ernährung dauerhaft einzuhalten, das kann eventuell zum Verzicht von Medikamenten führen.

Tierische Produkte wie Fleisch, Wurst und Fisch sollten Sie meiden, maximal sollten Sie davon 100 Gramm pro Tag essen.

Mit wenigen Tierischen Produkten, wenig Zucker, viel trinken und täglich Obst und Gemüse haben Sie eigentlich schon alles getan für eine gesunde Ernährung bei Gicht.

Lebensmittel und der Purinwert

Bei der gesunden Ernährung ist der Purinwert entscheidend, denn dieser ist ausschlaggebend ob Sie diese Lebensmittel essen dürfen oder nicht.  Wieviel Purin in den einzelnen Lebensmitteln genau steckt das erfahren Sie zum Beispiel auf der Homepage Purintabelle.de

Chronische Gicht

Chronische Gicht ist zum Glück sehr selten, es kann zu eine chronischen Erkrankung kommen wenn die Gicht lange Zeit nicht behandelt wird. Dann hat man dauerhaft Schmerzen und bleibende Gelenkveränderungen sind die Folge. Die betroffenen Gelenke sind in Ihrer Funktion stark eingeschränkt und schmerzen bei Bewegung sowie in Ruhepausen. Wichtig also die Gicht ausreichend behandeln zu lassen damit es zu keiner Chronischen Gicht kommen kann.

Welche Hausmittel helfen bei Gicht?

Neben den Medikamenten die Ihnen der Arzt verschreibt gibt es auch einige vielversprechende Hausmittel die Sie gegen die Gicht einsetzen können, nachfolgend nennen wir Ihnen die wichtigsten.

  • Während einer Gichtattacke ist es angenehmer wenn das betroffene Gelenk hoch gelagert wird.
  • Ein Kühlpack hilft die Schmerzen zu lindern, versuchen Sie ob Ihnen das Kühlpack auf dem betroffenen Gelenk zusätzliche Schmerzen bereitet oder nicht.
  • Fisch sowie Leinsamenöl enthalten entzündungshemmende Substanzen die bei Gicht natürlich von Vorteil sind. Die empfohlene Tagesdosis bei beiden Ölen liegt bei 1 bis 3 Teelöffeln pro Tag.
  • Bei Gicht sollte komplett auf Alkohol verzichtet werden, besonders Bier enthält viele Purine.
  • Kirschen enthalten ebenfalls entzündungshemmende Wirkstoffe, essen Sie 20 Kirschen.
  • Ein gutes Hausmittel ist Sellerie, es gibt fertige Tabletten mit Sellerieextrakt. Sellerie unterstützt die Ausscheidung von Harnsäure.
  • Brennesel ist ein kleine Wundermittel im Kampf gegen Gicht. Weichen Sie ein sauberes Tuch in Brenneseltee ein und legen es auf das betroffene Gelenk. Aber auch innerlich wirkt Brennesel, es senkt nämlich den Harnsäurespiegel. Dazu nehmen Sie täglich 400 bis 600 mg getrockneten Brenneselextrakt ein, dies sollte allerdings nicht länger wie drei Monate erfolgen.

 

Häufige Fragen rund um die Gicht:

Da es rund um die Gicht immer gleiche Fragen auftauchen möchten wir im Folgenden die wichtigsten beantworten.

Gicht ab welchem Alter?
Männer sind häufiger betroffen als Frauen, häufig tritt Gicht im Alter von 30 bis 55 Jahren auf. Bei Frauen häufig erst nach den Wechseljahren.

Ab welchem Harnsäurewert besteht Gicht Gefahr?
Ab einem Harnsäurewert oberhalb 480 µmol/l (8,0 mg/dl) spricht man von einem erhöhten Wert.

Gichtmittel aus der Apotheke
Natürlich können Sie auch versuchen die Gichtsymptome mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke zu lindern. Dazu gibt es verschiedene Medikamente die Sie kaufen können. Schneller und bequemer geht es natürlich bei einer Online Apotheke, dazu müssen Sie nicht einmal die Wohnung verlassen. Unter anderem gibt es: Elmetacin, Ibuprofen, Indometacin, versch. Harnsäuretropen und div. Entzündungshemmende Schmerzmittel.

Welcher Arzt für die Behandlung von Gicht?
Zuerst sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen, dieser stellt die Diagnose und führt in der Regel auch die Behandlung durch. Sollten die Therapie allerdings nicht erfolgreich verlaufen sollten Sie sich bei einem Internisten (Facharzt für Innere Medizin) oder Rheumatologen vorstellen.

Habe ich Gicht – der Gichttest
Der Gicht-Test auf der folgenden Seite ist ersetzt natürlich keine ärztliche Diagnose, allerdings können Sie das Risiko herausfinden ob Sie Gicht bekommen werden. Zum Gicht-Test.

Ist Gicht tödlich?
Unbehandelt kann Gicht tödlich verlaufen, denn eine unbehandelte Gicht ruft tödliche Herzerkrankungen hervor.

Ist Gicht heilbar?
Gicht ist heilbar, erneute Gichtanfälle kann man zwar nie zu 100 Prozent ausschließen, allerdings kann man aktiv gegen Gicht vorgehen und Sie somit sehr gut in den Griff bekommen.

Ist Gicht erblich?
Ja Gicht ist vererbbar, Gicht ist nämlich in den meisten Fällen eine erblich bedingte Stoffwechselstörung.

Ist Gicht ansteckend?
Nein Gicht ist keinesfalls eine Ansteckende Krankheit.